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Adoption

Allgemeine Informationen und Hilfe
Get InvolvedHow It works

Eingewöhnungsphase

 

In der Eingewöhnungsphase gibt es vieles zu Beachten und zu Bedenken. Wir möchten Euch hier eine erste kleine Hilfestellung geben, um für die typischsten Fälle gewappnet zu sein.

Frei nach dem Motto „es gibt nichts, was es nicht gibt“ hat diese Auflistung keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wir könnten ständig neue Hinweise ergänzen, was das Ganze nicht gerade übersichtlicher machen würde.

Deshalb meldet Euch bitte sofort, wenn Ihr Euch unsicher seid, Euer Hund krank zu sein scheint oder Verhaltensauffälligkeiten zeigt.

 

Egal ob am ersten Tag oder nach Jahren – wir sind für Euch da!

 

 

Vermittlungsablauf

Vermittlungsablauf

Wenn Ihr Euch für einen unserer Schützlinge interessiert, sei es als Adoptionsplatz oder als Pflegestelle, dann nehmt bitte Kontakt mit uns auf.
Mail: Vermittlung-fellwechsel@ewe.net

Gerne erzählen wir Euch mehr über den Charakter, die Vorgeschichte und das Wesen Eures Favoriten. Unsere Hunde sind durch die Bank echte Traumhunde – wenn sie im passenden Zuhause leben dürfen.

Damit aus dem Traumhund kein vierbeiniger Alptraum wird, möchten wir Dich und Deine Familie im Vorfeld näher kennen lernen, denn nur so ist es uns möglich abzusehen, ob das Wesen dieses Hundes zu Ihnen und Ihren Lebensumständen passt.

Das „perfekte Zuhause für einen Hund“ gibt es nicht. Das passende Zuhause für einen Mops sieht definitiv anders aus als das für einen Podenco. Ein Schäferhund träumt von einem anderen Zuhause als z.B. ein Pointer. Deshalb vermitteln wir ausschließlich nach ausführlichem Vorgespräch, Zusendung unseres Fragebogens und persönlichem Hausbesuch.

Ist der Hund bereits in Deutschland, besucht ihn vor der Adoption in seiner Pflegefamilie und lernt ihn so direkt persönlich kennen.

Alle unsere Hunde werden gechipt, geimpft, gegen Parasiten behandelt und je nach Alter kastriert an ihre neuen Besitzer übergeben. Die Auslagenerstattung beträgt 350,00 Euro zuzüglich berechnen wir noch 20,00 Euro für ein Sicherheitsgeschirr, mit dem unsere Hunde in ihre neuen Familien gehen.
Bei den Hunden, die aus Spanien stammen, werden zusätzlich noch vor Einreise ausführliche Blutuntersuchungen inkl. Organwerten sowie Tests auf die so genannten Mittelmeerkrankheiten gemacht. Die Testergebnisse besprechen wir gerne ausführlich mit Ihnen.

Den spanischen Tierschützern und uns liegt sehr viel an unseren Schützlingen. Deshalb möchten wir auch nach Ankunft des Hundes in Ihrer Familie gerne mit Ihnen in Kontakt bleiben und stehen Ihnen auch über die Eingewöhnungsphase hinaus sehr gerne, soweit es in unseren Kräften liegt, mit Rat und Tat zur Seite.

Vorauskunft zum Download:

Fütterung und Gesundheit

Allgemeiner Gesundheitszustand

Die Hunde, die bereits in Deutschland sind, wurden in der Regel bereits im Zuge der nötigen Entwurmung dem Tierarzt vorgestellt und einer allgemeinen Untersuchung unterzogen, auch wenn sie nicht krank waren. Wir finden es wichtig, dass unsere Hunde den Tierarzt mit einer positiven Erinnerung verknüpfen können und ihn nicht erst kennen lernen, wenn es ihnen schlecht geht. Wenn Euer Hund direkt aus Spanien kommt, empfiehlt es sich deshalb auch, ihn bei Gelegenheit mal bei Eurem Tierarzt vorzustellen.

Meist wird der Tierarzt eh darum bitten, den Hund zu sehen, wenn er die Wurmmittel herausgibt. Wichtig ist nur, dass Ihr Euch entsprechend auf den Besuch vorbereitet. Geht ruhig und entspannt zu dem Termin, so dass Ihr dem Hund Sicherheit vermitteln könnt. Ängstliche oder unsichere Hunde sollten sich erst eine geraume Weile im neuen Zuhause eingewöhnen können und beim Tierarztbesuch nicht dem stundenlangen Stress im Wartezimmer ausgesetzt werden.

Es empfiehlt sich, um einen Termin außerhalb der üblichen Stoßzeiten zu bitten, damit der Stresspegel möglichst gering gehalten wird.
Bitte nehmt den Impfpass und die Blutergebnisse sowie die Ergebnisse des Mittelmeertests mit. So vermeidet Ihr unnötige Behandlungen und körperliche Belastungen Eures Hundes durch erneute Blutanalysen, doppelte Impfungen oder unnötige Antibiotikagaben.

Bitte nicht vergessen: kommt Euer Hund direkt aus Spanien, hat er mit einer enormen Klimaumstellung zu tun! Er ist in dieser Zeit natürlich anfälliger für Infektionserkrankungen, da sein Immunsystem noch gar nicht auf unsere Viren eingestellt ist und sich erst anpassen muss. Deshalb sollte man bei auftretenden Krankheiten wie Husten, Augenentzündungen und Fieber als erstes das Immunsystem mobilisieren. Gut bewährt haben sich hier die Gabe von Zylexis und ein langsames Heranführen an all die verschiedenen Infektionsherde. Der Besuch der Hundeschule, des stark frequentierten Auslaufgebiets oder der sonntäglichen Hundespielgruppe sollte deshalb nicht nur aus stressbedingten Gründen erst einmal unterbleiben.

Euer Hund bringt vielleicht auch noch andere Zipperlein aus seinem alten Leben mit. Durch Mangelernährung, Verschleiß oder schlechte Haltung leiden einige Hunde bei ihrer Ankunft an Über- oder Unterernährung, sie haben Zahnstein oder gar schlechte Zähne, das Fell ist stumpf und kann auch kleinere Wunden aufweisen. Sie sind oftmals wenig oder falsch bemuskelt und haben vielleicht schon hier und da den Ansatz einer Arthrose. Wundert Euch also nicht, wenn Euer Hund nach den ersten Gassigängen plötzlich schlechter läuft. Wahrscheinlich plagt ihn einfach ein Muskelkater. Mehrere kurze Spaziergänge sind anfangs besser als ein langer Gang.

Vorhandener Zahnstein lässt sich oft bereits mit Trockenfutter und der Gabe von geeigneten Kauartikeln wie z.B. Büffelhautknochen oder rohen Rinderbrustknochen (in Maßen!) bekämpfen. Sollte der Hund nicht tatsächlich an Zahnschmerzen oder losen Zähnen leiden, sollte man bis zur ersten Zahnsanierung ruhig erstmal einige Monate ins Land gehen lassen und schauen, ob sich die Beläge nicht tatsächlich mit gutem Futter von selbst ablösen.

Etwaige Verschleißerscheinungen wie Arthrosen lassen sich oftmals ebenfalls mit einem guten Futter- und Bewegungsmanagement kontrollieren. Wenn der Hund eine gute Figur behält und die richtige Muskulatur aufbaut, dann entlastet dies ungemein den Knochenapparat und anfängliche Zipperlein verschwinden oft von selbst. Zur Unterstützung gibt es zahlreiche Mittel, die man zum Knorpelaufbau oder Schutz geben kann. Nicht jedes hilft bei jedem Hund gleich gut. Wir erzählen Euch ggf. gerne von unseren Erfahrungen mit diversen Mitteln.

Hunde mit Arthrosen oder alten Knochenbrüchen sollten sich übrigens eher im Ausdauerbereich sportlich betätigt. Sportarten oder Hobbies mit abrupten Starts und Stopps wie z.B. Sprints ohne Aufwärmphase, Zerrspiele oder Bällchenwürfe sollte man tunlichst vermeiden. Sorgsam aufgebaute lange gleichmäßige Spaziergänge bis hin zu Wanderungen und Sportarten wie Mantrailing oder ZOS (Zielobjektsuche) sind hier die bessere Alternative.

 

Entwurmung

Unsere Hunde aus deutschen Pflegestellen haben ihre ersten Entwurmungen bereits hinter sich. Die Pflegefamilie wird Euch bei Übergabe des Hundes sagen, wann und womit Euer Hund das nächste Mal entwurmt werden soll.

Hunde, die direkt aus Spanien kommen, sind zwar im Tierheim entwurmt worden, jedoch empfehlen wir, die Hunde nach der Ankunft umgehend erneut zu entwurmen, da die Gefahr einer Neuinfektion in einem Tierheim deutlich höher ist als in einem häuslichen Umfeld.

Deshalb sammelt bitte unbedingt alle Hinterlassenschaften Eurer Hunde sofort ein, egal ob im eigenen Garten oder auf den Gassirunden und fragt Euren Tierarzt nach einer Entwurmung, die möglichst viele Parasiten bekämpft wie z.B. auch Giardien und Bandwürmer. Diese sollte auch auf jeden Fall nach 20 Tagen wiederholt werden, ggf. auch zweimal, um wirklich alle Parasiten in den jeweiligen Stadien abzutöten.

 

Fütterung

 

Egal welcher Fütterungsphilosophie Ihr folgt, bitte stellt Euren Hund nicht sofort nach der Ankunft um. Ein neues Leben zu beginnen ist schon aufregend genug, da braucht Hund nicht auch noch Magengrummeln und Verdauungsprobleme durch ein ihm fremdes Futter…

Wenn Ihr einen Hund aus einer deutschen Pflegestelle aufnehmt, könnt Ihr die Pflegefamilie fragen, welches Futter er dort erhalten hat. Wenn Ihr einen Hund direkt aus unserem Partnertierheim in Spanien adoptiert, dann füttert ihm bitte erst einmal ein Trockenfutter mit niedrigem Proteingehalt (ca.20%).

Ein kleiner Tipp: wenn Ihr dem Futter einen Teil Dosenfutter zufügt, damit Euer Neuankömmling nicht mit gar so fader Kost abgespeist wird, wundert Euch nicht, wenn er das Dosenfutter frisst und die Trockenfutterbrocken sorgsam abgeleckt liegen lässt. Oft bekommen wir Anrufe, dass der Hund wider unserer Ankündigung offenkundig gar kein Trockenfutter kennen würde, da er es überhaupt nicht anrührt und man deshalb auf reine Dosennahrung oder gekochtes Futter umstellen musste.

Seid versichert, dass der Hund wirklich vorher nur Trockenfutter kannte! Doch die meisten unserer Hunde haben eine Karriere als ehemaliger Jagd- und/oder Straßenhund hinter sich. Sie sind dementsprechend gewohnt, auch mal einen Tag wenig oder sogar gar nichts zu fressen und das Trockenfutter im Tierheim war oftmals das erste „richtige“ Hundefutter nach Jahren der Versorgung mit Essenresten, Brot, Selbsterlegtem und Müllresten. Und wenn der Trick klappt, das öde Trockenfutter stehen zu lassen und dafür tolles „Fastfood“ in Form von Dosenfutter oder Leckerlies zu bekommen, dann werden kluge Hunde den Trick sicher auch weiterhin anwenden!

Leidet Euer Hund bei Ankunft an Durchfall, dann empfiehlt es sich, das Trockenfutter einzuweichen und mit reichlich weich gekochtem Reis zu mischen. Das Ganze wird dann mehrmals am Tag in kleinen Portionen gefüttert. Auch Morowsche Möhrensuppe, die viele Eltern für ihre Kinder kennen, eignet sich sehr gut zum Untermischen und ist zudem auch sehr gut portionsweise einzufrieren. Das Rezept findet sich im Internet.

Mit einer Futterumstellung auf Euer Wunschfutter solltet Ihr langsam anfangen, wenn die Verdauung ca. 3-4 Wochen in Ordnung war und keine Durchfälle mehr aufgetreten sind.
Wichtig: bitte achtet bei der Fütterung immer auf die Proteingabe! Kaum ein Hund benötigt wirklich ein Futter mit 25 oder gar 30% Protein! Diese Futtersorten sind für reine Arbeitshunde im Einsatz angebracht, aber nicht für unsere Freizeitpartner. Deshalb seit bitte auch sparsam mit geräucherten Leckereien wie Ochsenziemer, Dörrfleisch und Co. Diese haben rund 80% Proteingehalt und sollten wirklich nur sehr selten verfüttert werden. Eine bessere Alternative für längeren Kauspaß sind da z.B. getrocknete Rinder- oder Kaninchenohren oder die hellen Büffelhautknochen.

Verhalten

Verhalten

Der große Tag ist da, Euer neues vierbeiniges Familienmitglied zieht bei Euch ein. Nun heißt es, sich näher kennen zu lernen und langsam aneinander zu gewöhnen.
Bitte bedenkt, dass wir Euren Hund in einem ganz anderen Umfeld kennen gelernt haben, als Ihr es ihm nun bietet. Diese räumliche Veränderung kann sich auf die eine oder andere Charaktereigenschaft Eures Hundes positiv oder auch negativ auswirken.

Das Leben in einem Tierheim verlangt den Hunden ein hohes Maß an Frustrationstoleranz, Stressbewältigung und Anpassung ab. Bei Euch angekommen werden die Karten nun neu gemischt. Der Hund wird ausprobieren, was er darf und was er nicht darf und sich vielleicht auch Situationen entziehen wollen, die er im Tierheim zwangsläufig stumm ertragen musste, um nicht unterzugehen oder denen er im Tierheim besser aus dem Weg gehen konnte als bei Euch Zuhause. Ein typisches Beispiel sind unsichere Hunde, die sich im Tierheim oft sehr bedeckt gehalten haben und im neuen Zuhause plötzlich zum Pöbeln an der Leine neigen, da sie a) froh sind, endlich der Masse anderer Hunde entkommen zu sein und b) an der Leine der Situation nicht ausweichen können.

Wie lange die Eingewöhnungsphase dauert, kann man nicht pauschal sagen. Einige Hunde zeigen sich direkt aufgeschlossen und geben ihrem Menschen das Gefühl, schon immer mit ihnen zusammenzuleben, andere Hunde sind eher unruhig oder ziehen sich sehr zurück.

Fakt ist, dass jeder Hund, der sein Zuhause wechseln muss, Stress hat.
Auch der, der aus augenscheinlich schlechteren Verhältnissen kommt, denn jede Art von Veränderung bedeutet nun einmal Stress.
Deshalb gebt Eurem neuen Weggefährten bitte die Zeit, die er braucht, um bei Euch anzukommen. Egal ob Ihr einen Hund aus einer Pflegestelle, aus dem Tierheim oder direkt aus seinem alten Zuhause übernehmt: Ihr erleichtert ihm die Eingewöhnung, indem Ihr ihm von Anfang an feste Strukturen bietet, an denen der Hund sich ausrichten kann. Seid Eurem Hund ein verlässlicher Partner, denn ohne dieses Vertrauen in Euch und Euer Tun ist er sprichwörtlich verlassen in einer ihm fremden Welt.

Richtet Euren Tagesablauf trotz Urlaub schon so nah wie möglich an dem später üblichen Tagesablauf aus, damit der Hund Eure Routine lernt und sich nicht alles erneut für ihn ändert, wenn Ihr nach dem Urlaub Euren Alltag wieder aufnehmt.

Und auch wenn Ihr den Eindruck habt, Euer Hund hat sich bereits nach wenigen Tagen bei Euch eingewöhnt: bis er wirklich in seinem neuen Leben „angekommen“ ist, vergehen Monate! Ihr werdet feststellen, dass Euer Hund sich im Laufe der ersten 3 – 12 Monate immer weiter öffnen wird und seine Charaktereigenschaften mit der Zeit immer deutlicher zu Tage treten werden.

Es ist eine unglaubliche Freude, bei dieser Entwicklung dabei zu sein!

Alleine bleiben
Eine große Bitte: Übt vom ersten Tag an das Alleine bleiben!
Das heißt nicht, dass Ihr direkt das Haus verlassen und den Hund (und Eure Wohnungseinrichtung) dem Schicksal überlassen sollt. Das Zuweisen eines Liegeplatzes, auf dem der Hund auch dann liegen bleibt, wenn man sein Blickfeld verlässt und der Gang zur Toilette oder in die Waschküche ohne vierbeinigen Anhang sind die ersten Schritte zum wichtigen Punkt Alleine bleiben.
Auch wenn Ihr denkt „mein Hund muss nicht alleine bleiben“, denkt an Arztbesuche, Einkäufe und Familienfeiern bei der allergischen Tante im fünften Stock ohne Aufzug. Euer Hund kann nicht immer mit Euch zusammen sein. Und das Warten im Auto ist wirklich keine Alternative und nur in den allerseltensten Fällen mit gutem Gewissen machbar, da Autos ja bekanntlich die unangenehme Eigenschaft haben, bereits bei frühlingshaft warmem Wetter zu Backöfen und bei kühlem Wetter zu Eisschränken zu mutieren. Zudem ist es bei näherer Betrachtung auch widersinnig, der Hund bleibt nicht allein in seinem Zuhause, wartet aber problemlos allein im Auto? Das ist doch seltsam, oder?

Ihr denkt nun immer noch „naja, ist schon irgendwie alles nachvollziehbar, aber ich will meinen Hund gar nicht alleine lassen. Wenn er irgendwo nicht mit hin darf, dann gehe ich da auch nicht hin, basta!“? Es ist toll, dass Ihr Euch so zu Eurem Hund bekennt! Aber denkt hier bitte ein bisschen weiter und gerade an Euren besten Freund.

Was glaubt Ihr, wie er sich fühlt, wenn er nie von Euch getrennt war und dann ist er z.B. krank und der Tierarzt sagt Euch, dass er einige Tage stationär aufgenommen werden muss, um gesund zu werden. Und dann findet Euer Hund sich in einer ihm völlig fremden Umgebung wieder und es geht ihm plötzlich nicht nur körperlich schlecht, sondern auch seelisch. Ein Hund, der bis dato nie alleine bleiben musste, kann nicht auf die Erfahrung zurückgreifen, dass sein Besitzer immer wiederkommt!

alleinebleiben002Zu guter Letzt ist die Zeit des entspannten Alleinseins auch für den Hund eine gute Zeit für sich selbst. Er kann ein tiefes Nickerchen machen und dabei den letzten Gassigang mit all seinen tollen Gerüchen und Fährten Revue passieren lassen. Oder er kann sein Quietschie malträtieren, ohne dass Frauchen irgendwann einen Tinnitus erleidet. Er kann sich heimlich auf der Couch fläzen und mit Herrchens Geruch in der Nase auf dem Rücken liegend wegschlummern. Hunde verbringen viele Stunden des Tages schlafend – wenn man sie lässt. Sie nutzen diese Zeit, um Erlebtes zu verarbeiten.

Deshalb: bitte übt mit Eurem Hund das Alleine bleiben. Egal, wie lang oder wie oft er letztendlich tatsächlich alleine bleiben muss: die Tatsache, dass er es kann, wird sein und Euer Leben deutlich unkomplizierter und stressfreier gestalten.

Sicherheit

Freilauf

Freilauf – wer wünscht ihn sich nicht für seinen Hund? Selbstverständlich wollen auch wir, dass unsere Schützlinge Freilauf genießen und nach eigenem Gusto schnüffeln, toben, rennen, Haken schlagen können.

Innerhalb der Gewöhnungsphase sollte man sich den Freilauf in nicht umzäuntem Gebiet jedoch unbedingt verkneifen, egal wie aufgeschlossen und angstfrei der Hund sein mag.

Viele Besitzer berichten uns, dass sie ihre Hunde bereits nach wenigen Tagen frei laufen lassen konnten und diese gar nicht weg laufen würden. Und einige Monate später trifft man diese Besitzer mit Schleppleine wieder, weil der Hund auf einmal nicht mehr hören würde. Seltsam ist dieses Verhalten keinesfalls. Wenn der Hund neu bei Euch ist, ist er noch unsicher und wird seinem Instinkt folgen, der ihm rät, nahe bei seinem Menschen zu bleiben. Dieser Mensch ist das Bindeglied zu seinem bisherigen Leben, also bleibt man tunlichst in seiner Nähe.

Mit der Zeit wird der Hund sicherer und damit auch mutiger. Der Hase, den er vorher geflissentlich übersehen hat, weil er den Anschluss an seinen Menschen nicht verlieren wollte, reizt nun zu einem kleinen Spurt. Die Fährte, die Euer Hund anfangs nur mit Interesse wahrgenommen hat, ohne ihr zu folgen, weil Ihr in eine andere Richtung weiter gegangen seid, reizt nun, ihr ein klitzekleines Stück freilauf002weit zu folgen. Und aus dem kleinen Spurt oder dem kleinen Wegstück wird ein längerer Ausflug weil Euer Hund seinem Instinkt Jagen folgt und darüber alles andere vergisst.

Nutzt die Gewöhnungsphase und übt den Rückruf an der Schleppleine immer und immer wieder. Das Zurückkommen auf Befehl, wenn es woanders viel spannender zu sein scheint, lässt sich nur langsam erarbeiten und ist eine ganz andere Hausnummer, als das freiwillig angebotene Zurückkommen oder Bleiben, das der Hund anfangs aus reinem Selbstzweck zeigt.

Ein gut geübter und gefestigter Rückruf kann Leben retten.

Sicherung

Die richtige Sicherung unserer Schützlinge ist uns ein ganz besonderes Anliegen. Immer wieder hört man, dass irgendwo ein Hund im neuen Zuhause entlaufen ist. In vielen Fällen bedeutet dies Leid und Tod, und das nicht nur für den Hund und seine Besitzer…

Wir benutzen deshalb so genannte Martingale-Halsbänder (größenverstellbare Zugstopphalsbänder) sowie ausbruchssichere Geschirre.

Leider ist der Zoofachhandel bisher für diese Ansprüche nur ungenügend ausgerüstet und man kann diese Ausrüstung meist nur im Internet bestellen. Gerne nennen wir Euch Hersteller, die wir empfehlen können.

Unsere Hunde tragen bei Übergabe alle ein Martingale-Halsband von Confianza by Margot Keinhorst und ggf. auch ein ausbruchssicheres Geschirr, ebenfalls von Confianza. Gerne leihen wir Euch diese Ausrüstung gegen eine Pfandgebühr oder nehmen die Bestellung Eurer Wunschausrüstung entgegen. Die Kontaktdaten zu Frau Keinhorst findet Ihr HIER

Eine ganz große Bitte: das beste Sicherheitsgeschirr und Zugstopphalsband nutzt nichts, wenn es Zuhause an der Garderobe hängt oder dem Menschen in einem unbedachten Moment die Leine aus der Hand fällt. Bitte benutzt mindestens in der Gewöhnungsphase (also je nach Hund die ersten 3-12 Monate oder vielleicht auch lebenslang) eine sichere Ausrüstung und führt Euren Hund mit festem sicheres-hundegeschirrGriff an einer, besser sogar doppelt gesichert an zwei stabilen Leinen.

Kontrolliert Leine, Geschirr und Halsband regelmäßig auf Beschädigungen. Ausgeleierte Karabiner, angekaute Geschirre und verknotete Leinen sind genauso unfallträchtig wie zu dünne Leinen, der Körpergröße und – kraft des Hundes nicht angepasste Karabiner oder Rollleinen („Flexileinen“).

Ängstliche Hunde sollten grundsätzlich mit sehr stabiler Ausrüstung geführt werden, da ein Lebewesen in Panik ungeahnte Kräfte entwickelt. Bitte bedenkt das vor dem Kauf von entsprechendem Zubehör. Der Schrecksekunde durch einen plötzlich um die Ecke kommenden Rennradfahrer oder einen knallenden Auspuff oder einen Feuer speienden Heißluftballon kann selbst der umsichtigste Hundehalter nicht entgehen.

Rollleinen sind sicherlich für den Menschen ungemein praktisch, haben es aber zu trauriger Berühmtheit in Tierschutzkreisen gebracht, da bereits etliche Hunde aufgrund einer zu Boden gefallenen Rollleine, die scheppernd hinter ihnen her klackerte, in Panik davongerannt und vor dem nächsten Auto oder der Bahn gelandet sind. Deshalb verbannt diese bitte direkt aus Eurem Equipment.

Lasst Euren Hund nicht unbeobachtet angebunden irgendwo zurück. Gerade die ehemaligen Straßenhunde konnten nur überleben, indem sie dem Motto „hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott“ folgten. Eine Leine, die den Hund in seiner Bewegung behindert, wird oft innerhalb weniger Sekunden gekonnt durchgenagt. Im besten Fall jagt Euer Hund Euch nur einen riesigen Schreck ein, weil er plötzlich neben Euch steht…

Sicherungshinweise zum Download:

Foto: Vermisste/Gefundene Tiere – Darmstadt und Umland

Mittelmeerkrankheiten

Leishmaniose

…ist wohl die bekannteste und gefürchtetste Mittelmeerkrankheit.

Weltweit gibt es mehrere Leishmaniosearten. Die in Europa und bei den betroffenen Hunden vorkommende Leishmanioseart befällt stets die inneren Organe, die äußeren Symptome sind eine Folge des inneren Befalls.

Erreger:
Der Erreger der Leishmaniose ist ein Einzeller (Leishmania infantum). In Europa sind derzeit mehrere verschiedene Stämme bekannt. Die einzelnen Stämme weisen zum Teil sehr unterschiedliche Oberflächenmerkmale auf. Bei einem Test auf Leishmaniose ist daher darauf zu achten, dass man die Region, aus welcher der Hund kommt, berücksichtigt. Einige Labore (Parasitus Ex, Laboklin) bieten regionale Reisekrankheitsprofile an, die neben den in der Region vorkommenden Mittelmeerkrankheiten, auch den Test auf den entsprechenden Leishmaniosestamm beinhalten.

Übertragung:
Die Übertragung des Erregers erfolgt durch den Stich der Sandmücke, die ihren Weg mittlerweile auch nach Deutschland gefunden hat. Nach dem Stich der Sandmücke vermehren sich die Leishmanien in den weißen Blutkörperchen und gelangen in die inneren Organe (Niere, Leber, Milz, Knochenmark).
Neben der Übertragung durch die Sandmücke ist eine Übertragung der Leishmaniose über die Plazenta von der Mutter auf den Welpen ebenfalls möglich, aber nicht zwingend. In einem Wurf mehrerer Welpen kann es dazu kommen, dass ein Teil der Welpen mit Leishmanien infiziert wird, ein Teil nur die Antikörper der Mutter aufweist und ein Teil wiederum weder die Erreger, noch die Antikörper der Mutter.
Bei einem Leishmanioseausbruch kann es zu offenen Hautläsionen kommen, aus denen Sekret austritt, welches Leishmanien enthalten kann. Solange dieses Sekret flüssig ist, sind auch die Leishmanien lebensfähig. Trocknet das Sekret ab, dies geschieht in der Regel innerhalb weniger Minuten, sterben auch die Leishmanien ab. Sollte das flüssige Sekret direkt in eine offene, blutende Hautwunde gelangen, besteht auf diesem Weg ein Infektionsrisiko. Dies ist ein theoretisches Risiko, einen nachgewiesen Fall dieser Infektionsform gibt es bislang nicht. Dennoch sind entsprechende hygienische Maßnahmen zu treffen (z.B. Handschuhe).
Über Kot, Urin und Speichel ist keine Übertragung der Leishmanien möglich.

Symptome:
Die Symptome der Leishmaniose sind vielfältig und je nach Stamm unterschiedlich. Es gibt keine Symptome, die ausschließlich nur auf Leishmaniose hindeuten. Die Symptome können durchaus auch ganz andere, harmlose Ursachen haben, weswegen eine Leishmaniose anhand der äußeren Symptomatik häufig nicht leicht zu diagnostizieren ist. Die Symptomatik und die Blutbefunde der Leishmaniose ähneln zum Teil auch denen der anderen Mittelmeerkrankheiten, deswegen sollte bei einem Verdacht auf Leishmaniose auch ein Test auf die anderen Mittelmeerkrankheiten erfolgen, um die Ursache der Symptomatik exakter bestimmen zu können.

Allgemeine Symptome, die einzeln oder zusammen auftreten können:
Unklare Fieberschübe, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme trotz ausreichender Fütterung, wiederkehrende Durchfälle unklarer Ursache, Abgeschlagenheit, vermehrtes Schlafbedürfnis, Lymphknotenschwellungen, Vergrößerung von Leber und Milz, seltsamer Geruch (unter anderem nach Kot), trockene Haut mit fettigen, großen Schuppen, ausgefranste, verkrustete, schuppige, kahle Ohrränder (evtl. mit Läsionen), kahle, helle Stellen am Nasenspiegel, kreisrunder Haarausfall um die Augen („Brillenbildung“), Augenentzündungen, Fellverlust unter den Achseln, dem Bauch, an den Hinterschenkeln und an den Gelenken (evtl. mit Läsionen), Gelenkbeschwerden im Sinne einer Gelenksentzündung.

Diagnose:
Um eine Leishmaniose zu diagnostizieren, lässt man folgende Untersuchungen machen:

1: Blutbild, klinische Chemie
Erniedrigte rote Blutkörperchen, erniedrigte weiße Blutkörperchen und erniedrigte Blutplättchen, ebenso eine Verschiebung innerhalb der einzelnen Bluteiweißgruppen können ein erster Hinweis auf eine Leishmaniose sein. Leber- und Nierenwerte geben Auskunft über den Zustand der inneren Organe.

2: Leishmaniose IFAT / ELISA
Dies ist ein Test, der nach Antikörpern gegen Leishmanien im Blut sucht. Ein positiver Antikörpertest alleine reicht jedoch nicht aus um eine Leishmaniose zu diagnostizieren. Er besagt lediglich, dass Antikörper gegen Leishmanien im Blut vorhanden sind, nicht aber, ob die Krankheit tatsächlich ausgebrochen ist. Zu einem positiven Antikörpertest können auch folgende Faktoren führen: früherer Kontakt mit dem Erreger, Stress, Impfung, Kastration oder andere Infektionen. Generell können Antikörper erst ab der dritten Woche nach einer Infektion mit Leishmanien nachgewiesen werden.

3: Eiweißelektrophorese
Hier werden die einzelnen Bluteiweißgruppen mittels eines elektronischen Verfahrens getrennt. Das Ergebnis wird in Form einer Kurve dargestellt. Bei einem positiven Antikörpertest liefert der Kurvenverlauf der Eiweißelektrophorese konkrete Informationen darüber, ob und wie stark eine Leishmaniose ausgebrochen ist.

4: Knochenmark – oder Lympknotenpunktat
Durch diese Untersuchungen lassen sich die Leishmanien bzw. deren Erbmaterial direkt nachweisen. Prinzipiell werden die Blutuntersuchungen (IFAT/ELISA) bevorzugt, da eine Blutentnahme einfacher ist als eine Knochenmark- oder Lymphknotenpunktion. Punktionen werden bei unklaren Befunden durchgeführt. Sollte der Hund bereits mit Allopurinol behandelt werden, entfällt die diagnostische Möglichkeit per Knochenmark – oder Lymphknotenpunktat, da sich dann keine Leishmanien mehr in den Punktaten nachweisen lassen.

Um eine Leishmaniose zu diagnostizieren, sollten sowohl die gesamten Blutbefunde, als auch das Befinden des Hundes im Gesamten betrachtet werden.

Therapie:
Leishmaniose ist nach derzeitigem Wissensstand nicht heilbar. Ziel der Therapie ist also nicht die Beseitigung des Erregers, sondern vielmehr, soweit Einfluss von außen auf den Erreger zu nehmen, dass das Immunsystem des Hundes selbst den Erreger bekämpfen kann und es zu einem stabilen Gesundheitszustand des Hundes kommt.

Es gibt verschiedene Therapieansätze:
1: Allopurinol
Das Medikament Allopurinol ist das bekannteste und auch nebenwirkungsärmste Medikament zur Leishmaniosetherapie. Als Mittel der Wahl wirkt es wachstumshemmend auf die Leishmanien und drängt sie aus Knochenmark und Organen ins Bindegewebe ab, wo sie keinen Schaden anrichten können. Gleichzeitig ist es ein recht günstiges Medikament und wird im Allgemeinen gut vertragen.
Nebenwirkungen können Nierenbelastung, Leberbelastung und Blutbildungsstörungen sein. Ob ein Hund nur über einen gewissen Zeitraum oder lebenslang Allopurinol als Therapie benötigt, zeigen die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen.
Sollte eine alleinige Therapie mit Allopurinol nicht ausreichend sein, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Zusatztherapie:

2: Milteforan
Erst seit wenigen Jahren in der Veterinärversion erhältlich (es gibt schon länger ein entsprechendes Medikament zur Behandlung der Leishmaniose beim Menschen), gilt Milteforan als das Mittel der Wahl bei unzureichender Wirkung des Allopurinols. Vor Zulassung des Medikamentes durchgeführte Studien bei erkrankten italienischen und südfranzösischen Hunden haben gute Erfolge erzielt. Es liegen noch keine Langzeitstudien vor, bislang zeigt Milteforan sich aber als recht verträglich und nebenwirkungsarm, als Nebenwirkungen gelten Übelkeit und Erbrechen, es gilt nicht als Nieren – oder lebertoxisch.

Es gibt weitere, aber seit Einführung von Milteforan nicht zuletzt aufgrund ihrer Nebenwirkungen als unmoderner geltende Medikamente:

3: Glucantime
Glucantime ist ein Chemotherapeutikum, das unter die Haut gespritzt wird. Häufig wird es in Kombination mit Allopurinol verabreicht.
Wichtiger Hinweis: Glucantime wird seit über 80 Jahren in der Leishmaniosetherapie bei Mensch und Tier angewendet. Mittlerweile haben einige Leishmaniosestämme Resistenzen gegen Glucantime entwickelt. Gleichzeitig kann Glucantime Leber und Niere stark schädigen, bis hin zum Tod des Hundes. Obwohl Glucantime vielerorts noch als Leishmaniose – Standardtherapie gilt, ist diese Therapieform äußerst sorgfältig abzuwägen.

4: Amphotericin B
Amphotericin B oder auch Ambisome genannt, ist ebenfalls ein Chemotherapeutikum welches per Infusion häufig in Kombination mit Allopurinol verabreicht wird.
Wichtiger Hinweis: Hier gilt ebenso eine sorgfältige Risiko – Nutzen – Abwägung wie bei Glucantime. Auch hier gibt es bereits Resistenzen und dieses Medikament ist ebenfalls stark Leber – und nierenschädigend.

© Steffi Scheidt – Wir bedanken uns ganz herzlich für die Genehmigung zur Nutzung ihrer Texte

© Traumhund: Informationsbroschüre von Parasitus Ex e.V.


Mittelmeerkrankheiten, die durch Zecken übertragen werden

Da es in Europa mehrere Zeckenarten gibt, die für die Übertragung der Mittelmeerkrankheiten relevant sind, gibt es zunächst einmal einen Überblick über die diversen Zeckenarten.

Braune Hundezecke = Rhipicephalus sanguineus
mittelmeerkrankheit001

Vorkommen: Ab Zentral – Frankreich südlich in allen Mittelmeerländern inkl. Portugal
Aktivität: ganzjährig.
Besonderheit: Auch außerhalb des eigentlichen Risikogebietes in beheizten Räumen lange überlebensfähig.
Übertragung von: Babesiose, Erlichiose (Vorkommen von gleichzeitiger Babesiose/Erlichiose-Infektion), Hepatozoonose.

Auwaldzecke = Dermacentor reticulatus
mittelmeerkrankheit002

Vorkommen: Frankreich, Nord – Spanien, Nord – Italien, Kroatien, zunehmend auch Deutschland.
Aktivität: Ganzjährig, besonders häufiges Auftreten im März / April und September / Oktober
Besonderheit: Buntzecke, marmorierte Zeichnung auf dem Rückenschild
Übertragung von: Babesiose

Holzbock = Ixodes ricinus
mittelmeerkrankheit003

Vorkommen: Zwischen dem 45ten und 60ten Breitengrad von Schweden / Norwegen bis Nord – Spanien / Nord – Italien
Aktivität: Ab einer Außentemperatur von ca. 10°C
Besonderheit: Gängige, einheimische Zecke
Übertragung von: Anaplasmose

Babesiose:
Erreger: Die Erreger der Babesiose sind Einzeller (Babesien). In Europa gibt es zwei Babesienarten: Babesia canis und Babesia vogeli.
Übertragung: Die Übertragung der Babesiose erfolgt beim Saugakt von Zecken (Auwaldzecke, braune Hundezecke).

Man unterscheidet zwei Formen der Babesiose:
– akute Babesiose
Babesien dringen nach dem Saugakt in die roten Blutkörperchen ein, vermehren sich in diesen und zerstören sie. Ein bis drei Wochen nach der Infektion und allgemeinen Symptomen (hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsabnahme, Mattigkeit, Lymphknotenschwellungen, Schwellung von Leber und Milz) ergeben sich aus der Zerstörung der roten Blutkörperchen die typischen Babesiose – Symptome: Blut im Urin, bräunlicher Urin, blutiger bis rötlich – brauner Kot, Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten. Seltener werden auch Störungen des Bewegungsapparats in Form starker Muskelschmerzen beobachtet, ebenso werden neurologische Auffälligkeiten bis hin zum Krampfanfall beschrieben.
Eine akute Babesiose ist eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung, die möglichst rascher Behandlung bedarf, da sie sonst zum Tod des Tieres führen kann.

– chronische Babesiose
Trotz der Gefährlichkeit dieser Erkrankung für Hunde überstehen einige Tiere die Erkrankung. Sie tragen dann nur den Erreger in sich, zeigen aber keine Symptome.

Diagnose:
1: Blutbild, klinische Chemie
Im Blutbild zeigen sich erniedrigte rote Blutkörperchen, evtl. auch erniedrigte Blutplättchen. Die klinische Chemie zeigt bei einer akuten Babesiose ein erhöhtes Bilirubin.

+2: Eiweißelektrophorese*

3: Babesiose-IFAT
Antikörper gegen Babesien lassen sich frühstens 10 Tage nach der Infektion nachweisen.
Bei chronischen Babesiosen ist das Auftreten von Antikörpern häufig der einzige Hinweis auf eine durchgemachte Infektion.

4: Mikroskopischer Erregernachweis
Da Babesien – Antikörper erst ab dem 10. Tag nach einer Infektion gebildet werden, kann bei einem Babesioseverdacht ein Blutausstrich unter dem Mikroskop auf Babesien in den roten Blutkörperchen untersucht werden. Babesien sind allerdings nur kurzzeitig in den roten Blutkörperchen nachweisbar.

5: PCR
Eine PCR ist ein direkter Erregernachweis mittels Suche nach vorhandenem Erregererbgut. Allerdings sind durch diese Untersuchung die Babesien nur in bestimmten Krankheitsstadien nachweisbar.

Therapie:
Eine Babesiose ist heilbar. Die Therapie erfolgt mit Carbesia. Dieses Medikament wird zwei mal im Abstand von 14 Tagen gespritzt. Die Injektion ist zum Teil recht schmerzhaft. Carbesia ist ein Chemotherapeutikum, was im allgemeinen als nebenwirkungsarm gilt. Auch wenn eine chronische Babesiose vorliegt, sollte sie therapiert werden. Zum einen ist der Hund Träger des Erregers, da eine der übertragenden Zeckenarten mittlerweile auch in Deutschland vermehrt auftritt, kann der Hund die Krankheit also weiter verbreiten. Zum anderen können durch diverse Faktoren die Babesien erneut aktiviert werden, so dass der Hund symptomatisch erkrankt. Carbesia ist kein in Deutschland zugelassenes Medikament und muss erst über eine internationale Apotheke bestellt werden.

Erlichiose:
Erreger: Die Ehrlichiose wird durch den Erreger Ehrlichia canis hervorgerufen. Dieser Erreger gehört zur Gruppe der Reckettsien (Bakterien).

Übertragung: Übertragen wird die Ehrlichiose durch den Stich der braunen Hundezecke.

Man unterscheidet zwei Formen der Ehrlichiose:
– akute Ehrlichiose
Der Erreger dringt durch den Biss der Zecke in den Körper ein und befällt eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Monozyten). 8 bis 20 Tage nach der Infektion kommt es zu allgemeinen Symptomen: Schlechtes Allgemeinbefinden, Fieber, Appetitlosigkeit, Lymphknotenschwellungen.
Im weiteren Verlauf fällt eine Blutungsneigung auf: Nasenbluten, Blut im Kot oder Urin, Husten von Blut, Blutergüsse in den Gelenken, punktförmige Einblutung in die Schleimhaut, Blutergüsse unter der Haut.

– chronische Ehrlichiose
Durch die Reaktion des Immunsystems auf den eingedrungenen Erreger wird dieser zwar nicht beseitigt, jedoch so weit bekämpft, dass die Infektion in ein chronisches Stadium übergeht. Die Erreger ziehen sich unter anderem ins Knochenmark zurück. Äußere Symptome sind nicht oder in geringem Ausmaß erkennbar. Durch eine Belastung des Immunsystems kann es zu einem symptomatischen Ausbruch der Krankheit kommen.

Diagnose:
1: Blutbild, klinische Chemie
Bei einer akuten Ehrlichiose fallen erniedrigte Blutplättchen, evtl. auch erniedrigte rote und weiße Blutkörperchen auf. Die klinische Chemie zeigt erhöhte Leberwerte. Bei einer chronischen Erlichiose ergeben evtl. erniedrigte Blutplättchen häufig den einzigen Hinweis auf die Erkrankung.

+2: Eiweißelektrophorese*

3: Ehrlichiose -IFAT
Antikörper treten frühestens 14 Tage nach der Infektion auf. Ergibt sich ein positiver Antikörpertest auf Ehrlichien, steht fest, dass der Hund mit dem Erreger Kontakt hatte. Zusammen mit dem Blutbild, der klinischen Chemie, der Eiweißelektrophorese und dem Allgemeinbefinden des Hundes ergibt sich eine Aussage, ob eine akute oder chronische Ehrlichiose vorliegt.

4: PCR auf Ehrlichien
Durch den Nachweis von Ehrlichien – Erbgut (DNA) kann der Erreger direkt nachgewiesen werden. Dies setzt aber voraus, dass die Ehrlichiose akut ist und sich damit die Erreger im Blut befinden. Bei einer chronischen Ehrlichiose sind die Erreger im Blut durch eine PCR nicht nachweisbar.

Therapie:
Prinzipiell ist Ehrlichiose heilbar. Die optimalen Heilungschancen bestehen bei einer frischen Infektion. Bekämpft der Körper den Erreger und dieser zieht sich ins Knochenmark zurück, wird eine erfolgreiche Therapie erheblich schwieriger, es ist wissenschaftlich nicht genau erwiesen, inwieweit das Antibiotikum auf die zurückgezogenen Erreger wirkt, es ist aber davon auszugehen, daß nicht alle Erreger eliminiert werden können. Eine Therapie sollte deshalb nicht nach Antikörpermenge, sondern nach Blutbefunden und Symptomen erfolgen. Therapiert wird eine Erlichiose mit Doxycyclinhyclat über vier bis sechs Wochen. Auch Carbesia wird eine gewisse Wirksamkeit gegen Ehrlichien nachgesagt. Als alleinige Therapie ist sie aber nicht ausreichend.

Wichtige Hinweise:
Hunde unter einem Jahr sollten nicht mit Doxycyclinhyclat behandelt werden.

Sollte eine Therapie mit Doxycyclinhyclat erfolgen, sollte die Tablette tief in eine Fleischtasche verpackt verabreicht werden, da das Medikament ohne entsprechende Verpackung im wahrsten Sinne des Wortes ätzend auf die Schleimhaut von Speiseröhre und Magen wirkt, was unter Umständen zu massiven Problemen führen kann, so dass die Therapie abgebrochen werden muss.

Anaplasmose:
Die Anaplasmose war bis vor einigen Jahren eine unbekannte Krankheit und zählt auch heute noch nicht zu den „klassischen“ Mittelmeerkrankheiten, wobei sie mittlerweile auch in Nord – Spanien und Nord – Italien zu finden ist. An dieser Stelle wird sie aufgrund ihrer deutlichen Ähnlichkeit zur Ehrlichiose erwähnt.
Bei der Anaplasmose gibt es ebenfalls eine akute und chronische Form.

Erreger:
Die Erreger von Ehrlichiose und Anaplasmose sind verwandt. Im Gegensatz zu den Monozyten bei der Ehrlichiose werden hier die Granulozyten (eine weitere Untergruppe der weißen Blutkörperchen) vom Erreger Anaplasma phagozytophillum, früher Ehrlichia phagozytophillum genannt, befallen. Dieser Erreger gehört, ebenso wie Ehrlichia canis zur Gruppe der Reckettsien (Bakterien).

Symptome:
Die Symptomatik ist weitestgehend identisch mit der Ehrlichiose. Bei der Anaplasmose ergeben sich häufiger auch Probleme im Bewegungsapparat (Lahmen, geschwollene, heiße Gelenke, Wechsel der betroffenen Extremitäten).

Diagnose: *1:
Blutbild, klinische Chemie, Eiweißelektrophorese: Die Auffälligkeiten sind identisch mit denen einer Erlichiose.

2: IFAT / PCR auf Anaplasmen

Therapie:
Die Therapie ist identisch mit der der Ehrlichiose.

Sollte Ihr Hund also Anzeichen einer Ehrlichiose aufweisen (Symptomatik, Blutbefunde), ein Erregernachweis auf Ehrlichiose aber negativ sein, ist an eine Anaplasmose zu denken.

Hepatozoonose:
Erreger: Hepatozoen sind Einzeller, Hepatozoon canis gehört zur Gruppe der Kokzidien.

Übertragung:
Übertragen wird die Hepatozoonose durch die braune Hundezecke, allerdings nicht durch den Zeckenbiss, sondern durch das Verschlucken der gesamten Zecke. Im Darm bohren sich die Erreger durch die Darmwand und gelangen über das Blut und die Lymphflüssigkeit in Leber, Milz, Knochenmark, Muskulatur und Lunge.

Symptome:
Die Hepatozoonose ist eine eher selten festgestellte Erkrankung, da zum Einen der Erregernachweis sehr schwierig ist und zum Anderen die Erkrankung häufig symptomlos verläuft.

Folgende Symptome können auftreten:
Fieber, Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, blutiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Lymphknotenschwellungen, Muskelschmerzen und Muskelschwäche, steifer Gang, Schmerzempfindlichkeit, Nasen – und Augenausfluss.

Durch die Wanderung der Erreger kann es zu Veränderungen in Leber, Lunge, Knochenmark und Milz mit daraus abzuleitenden Symptomen kommen.

Diagnose:
1: Blutbild, klinische Chemie
Häufig gibt es hier gar keine Auffälligkeiten, möglich sind erniedrigte Blutplättchen sowie erniedrigte rote und weiße Blutkörperchen.

2: Direkter Erregernachweis
Im Blutausstrich können ab der fünften Woche nach der Infektion die Hepatozoen in den weißen Blutkörperchen nachgewiesen werden. Einen entsprechenden Antikörpertest gibt es nicht, eine PCR ist sehr ungenau. Hepatozoen sind sehr schwierig nachzuweisen.

Therapie:
Die Hepatozoonose ist wenig erforscht, die Therapie eher experimenteller Art, der Erreger kann nicht beseitigt werden.
Eine gewisse Wirksamkeit wird folgenden Medikamenten nachgesagt: Doxycyclinhyclat und Carbesia.
Ansonsten erfolgt die Therapie symptomatisch.

Filariose – Herzwurmerkrankung:
In Europa sind 5 verschiedene Filarienarten beim Hund bekannt.
Die bekannteste (aber nicht häufigste) Filarienart bei Hunden ist: Dirofilaria immitis – der “Herzwurm”.

Weitere sind:
Dirofilaria repens (vorkommen hauptsächlich in Osteuropa und Italien, darum hier nicht weiter beschrieben) und Dipetalonema reconditum, die auch als “Hautfilarie” bezeichnet wird, sowie zwei weitere Arten die nicht Krankheitsauslösend sind.
Herzwurm (Dirofilaria immitis):

Übertragung:
Der Herzwurm wird von verschiedenen Stechmückenarten übertragen, die in ganz Südeuropa, einigen Ländern Osteuropas sowie in der Schweiz vorkommen können. Nach dem Stich der Stechmücke gelangen winzige Wurmlarven (Mikrofilarien) ins Blut, wandern durch den Körper und setzen sich schließlich als erwachsene Würmer (Makrofilarien) in den großen Blutgefäße von Herz und Lunge, aber auch in Organen wie Leber und Niere fest.

Symptome:
Die Symptomatik ist von der Stärke des Befalls abhängig. Es kann folgende Auffälligkeiten geben: Gewichts- und Konditionsverlust, erschwerte Atmung nach Anstrengung, Husten (z.T. mit Blutbeimengung), Wassereinlagerung im Bauchraum und in den Gelenken.

Diagnose:
1: Indirekter Erregernachweis
Hierbei wird ein Eiweiß nachgewiesen, das das erwachsene Herzwurmweibchen während der Geburt der Wurmlarven ausschüttet. Ein positives Ergebnis zeigt sich frühestens fünf bis sechs Monate nach der Infektion.

2: Direkter Erregernachweis
Mittels eines so genannten Knott-Tests lassen sich Wurmlarven im Blut nachweisen. Bei einem positiven Knott-Test wird mittels PCR (Erbgutuntersuchung) ermittelt, um welche Art der verschiedenen Filarienarten es sich bei den vorliegenden Wurmlarven handelt (Mehrfachinfektionen sind möglich).
Eine Unterscheidung, welche Wurmart bei dem betreffenden Hund vorliegt, ist deshalb wichtig, weil die verschiedenen Filarienarten mit unterschiedlichen Medikamenten über einen unterschiedlichen Zeitraum therapiert werden.

Therapie:
Advocate zur Therapie der Wurmlarven, dieses Spot on macht gleichzeitig die erwachsenen Würmer unfruchtbar.
Die Ansteckung anderer Tiere wird somit vermieden.
Die Therapie der Herzwürmer ist je nach Befall risikoreich, da die abgestorbenen Herzwürmer die Gefäße verstopfen können.
Eine Therapie mit Immiticide (frühere Behandlungsmethode) ist keine Garantie dafür, dass alle erwachsenen Herzwürmer absterben und gilt darum als nicht mehr zuverlässig und sehr nebenwirkungsreich.
Darum ist man bei dieser Filarienart dazu übergegangen, nur die Mikrofilarien mit Advocate zu behandeln, bis die erwachsenen Herzwürmer eines natürlichen Alterstodes sterben.

Es gibt auch neuere Therapieansätze mittels Antibiotikagabe zur Behandlung der erwachsenen Herzwürmer. Es erfolgt zeitgleich zur Advocate-Therapie eine Anwendung mit Doxycyclinhyclat Tabletten über einen Zeitraum von 28 Tagen (2 x tgl. 20 mg/kg-Körpergewicht). Im Anschluß (nach Ablauf der 28 Tage) wird eine erhaltende Dosis zweimal wöchentlich (2 x tgl. 100 mg) über einen Zeitraum von 3-6 Monaten gegeben.

© Steffi Scheidt – Wir bedanken uns ganz herzlich für die Genehmigung zur Nutzung ihrer Texte

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