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Besuch bei der Proa in Madrid, 10.-14.9.2022

Diese Reise war eine wichtige, schöne, manchmal traurige und berührende Erfahrung für mich.

Nicole Zinn, die ich bei der Adoption meiner ersten Galga Emma, aka Emmchen im Jahr 2010 kennenlernte und mit der ich mich seitdem freundschaftlich verbunden fühle, fragte mich vor ca. 2 Monaten, ob ich Lust hätte, mit ihr für 4 Tage nach Madrid zur PROA zu fliegen um ein paar Renovierungsarbeiten vorzunehmen.

Es war schon lange mein Wunsch, die PROA, die Tiere und die Menschen, die sich dort engagieren, mal vor Ort kennenzulernen und habe spontan zugesagt.
Kurzentschlossen hat sich Frank, ein Freund, der by the way die wunderbaren Fotos gemacht hat und für sein handwerkliches Geschick bekannt ist, angeschlossen.

Drei motivierte Leute schaffen mehr als zwei!

Samstag, 10.09.

Es ging also abends los, ich war aufgeregt und gespannt, was mich erwarten und wie es, auch emotional, auf mich wirken würde.

Um ca. 22.30 Uhr sind wir in Madrid gelandet und dort erwartete uns schon Marta, die uns mit ihrem Auto zur Wohnung von Yolanda fuhr.

Yolanda hat uns für unseren Aufenthalt ihre schöne Wohnung und sogar ihr Auto zur Verfügung gestellt. Komfortabler geht’s nicht. Danke, liebe Yolanda!

Sonntag, 11.09.

Am nächsten Morgen ging es recht früh los. Auf dem Weg zum Gelände der PROA schnell noch ein Stopp zum Frühstück mit Saft aus frisch gepressten, köstlichen spanischen Orangen.

Bei unserer Ankunft war Mari Angeles schon im Einsatz. Sie macht abwechselnd mit einer Kollegin den Wochenenddienst und das von morgens bis abends.
Nicole führte uns erst mal durch den Shelter.

Ich versuche mal eine grobe Beschreibung: Auf dem Gelände befinden sich 2 größere, feste Gebäude. In dem einen befindet sich die Küche, eine Art Büro, wo auch Medikamente und Verbandszeug untergebracht sind, Toilette sowie mehrere Räume, wo auch Decken, Hundekörbe, Leinen etc. gelagert werden.

Zur Seite schließt sich ein überdachter großer Zwinger mit Auslauf an. Nach vorne heraus gibt es eine Art Innenhof, der auch als Auslauf dient, um den herum sich die Zwinger, das Quarantänehaus, Futtercontainer usw. befinden.

Die Zwinger sind in 2 Reihen angeordnet. Sie sind überdacht, recht groß und werden jeweils von 2-4 Hunden bewohnt. In zwei der Zwinger gibt es noch nicht fertig gestellte gemauerte Hütten, die die Hunde nachts im Winter vor der Kälte und im Sommer vor Mücken schützen sollen.
Ich denke mir, wie toll es wäre, wenn man von hier aus mal mit ein paar fähigen (Hobby-)Handwerkern eine konzertierte Aktion starten könnte, um dieses Projekt vor Ort zügig für alle Zwinger fertigzustellen!
Hinter den Zwingern schließen sich 4 Ausläufe an.

 

 

 

 

 

 

 

 

Als wir durch das Quarantänehaus gingen, musste ich das erste Mal schlucken. Normalerweise befinden sich dort die Neuankömmlinge und frisch kastrierten Hunde. Allerdings ist der Shelter durch die Notaufnahme der sogenannten Blutgalgos momentan stark überfüllt, so dass bis zu 3 Hunde, meist Galgos, in kleinen, gefliesten Verschlägen untergebracht werden müssen.
Immerhin gibt es hier für die vielen heißen Tage ein Klimagerät.

 

 

 

 

Wir sind dann einzeln jeweils in einen Zwinger gegangen und haben uns, mit Würstchen bewaffnet, den Hunden genähert.

Ok, Schluss mit Kuscheln. Mittlerweile ist es sehr heiß geworden und wir machten uns an die Arbeit. Der Arbeitsauftrag war, den bröckelnden Putz mehrerer Außenwände auszubessern (Frank, der Held) und ihnen einen neuen Anstrich zu verpassen.
Abends erstrahlte die erste Wand in neuem Glanz und wir waren recht zufrieden bis dann die erschöpfte Minerva von ihrem Trapo nach Deutschland zurückkehrte und uns bat, zusätzlich den Sockel bis ca. 1 m Höhe mit einer Art Putzfarbe zu streichen.

Gesagt, getan. Nur war das vorhandene Schweinchen-rosafarbene Material gefühlte 20 Jahre alt und musste quasi wieder zum Leben erweckt werden. Anschließend war die Challenge, eine Taktik zu finden, das Zeug an die Wand zu befördern, ohne dass es sofort wieder abfiel. Es ist irgendwie gelungen und am nächsten Morgen war es hart wie Krupp-Stahl…

 

 

 

 

 

Feierabend und ein schönes, spanisches Abendessen mit Yolanda und einer Freundin.

Montag, 12.09.

Die Wetter-App sagt Regen und Gewitter voraus, was in Madrid seit vielen Wochen nicht mehr stattgefunden hat.
Allerdings lässt sich das Unwetter Zeit, so dass wir heute bei bewölktem Himmel und gemäßigten Temperaturen unser angestrebtes Mindest-Pensum überschreiten konnten und uns Nicole abends euphorisch zu Helden der Arbeit kürte und zu weiteren Höchstleistungen für unseren letzten Tag antrieb.

Heute lernten wir Sergio, einen sanften, jungen Mann kennen, der in der Woche ganztags im Shelter arbeitet. Außerdem konnten wir mit Toni, den ‚berühmten‘ Hundetrainer Bekanntschaft machen, der inzwischen auch andere Aufgaben in der Proa übernommen hat.
Es war schön zu sehen sehen, wie liebevoll ihr Umgang mit den Hunden war und diese ihnen voller Vertrauen begegneten.

In unseren Arbeitspausen haben Frank, Nicole und ich uns bei Schmuseeinheiten mit den Hunden erholt. Mittlerweile bekommen wir ein gewisses Gespür für die einzelnen Charaktere und Eigenarten der Hundeschar.
Da sind die vorwitzigen, meist noch jungen Draufgänger, die Vorsichtigen, die sich aber gerne für ein Würstchen überreden lassen, näherzukommen oder aber die ganz Scheuen, die panisch in Deckung gehen, sobald man sich ihnen nähert.

Da gibt es die völlig verschmusten Mischlinge, witzige kleine ‚Fußhupen‘ und ein paar abgeklärte, ältere ‚Langzeitinsassen‘ und und und…
Ich wünsche mir so sehr, dass sie alle ein schönes, passendes Zuhause finden!

Toni hat uns ab mittags beim Malern unterstützt, so dass wir prima vorankamen. Nachmittags kam Marta mit ihren beiden Hunden. Sie übernachtet 4 Mal in der Woche im Shelter und schläft in einem der Container. Chapeau!!

 

Abends haben Frank, Nicole und ich noch länger bei einem Bier auf Yolandas Balkon gesessen und unsere Eindrücke Revue passieren lassen.
Nachts kam dann endlich das erwartete Gewitter mit viel Regen und deutlicher Abkühlung am nächsten Tag.

Dienstag, 13.09.

Nun verbringen wir schon unseren letzten Tag in der PROA.
Wir streichen unsere letzte Außenwand und haben danach noch Zeit, uns mit den Hunden zu beschäftigen, Fotos zu schießen (toll, Frank!) und ein wenig Abschied zu nehmen.

Zwischendurch kam ein junges Paar, um eine von ihnen adoptierte Hündin abzuholen. Es war herzerwärmend, wie sehr sie sich freute und begeistert an ihrem neuen Frauchen hochsprang. Als wüsste sie, dass sie das große Los gezogen hat!

Unsere letzte ‚Amtshandlung‘ in der PROA bestand dann darin, die Ausläufe von insgesamt 10 Säcken Hundekot zu befreien, wohlwissend, dass spätestens am übernächsten Tag wieder die gleiche Menge angefallen ist.

Abends hat uns Minerva zum Abschied zum Essen eingeladen. Typisch spanische Speisen, sachkundig ausgewählt von Minerva. Lecker!!

Mittwoch, 14.09
Um 6 Uhr aufstehen und mit Uber-Taxi zum Flughafen.

Adios PROA, adios Madrid!

Fazit

Ich denke, ich spreche hier auch für Frank.

Es war für uns eine beeindruckende, berührende, wenn auch sehr kurze Reise mit intensiver Einführung und einer Vielzahl an Hintergrund-Infos durch die wunderbare ‚alte Häsin‘ Nicole.

Wir haben einen intensiven Eindruck davon gewonnen, wieviel Arbeit und Herzblut es tagtäglich bedeutet, dieses Projekt im wahrsten Sinne des Wortes am Leben zu erhalten.

Unser Respekt und Dank gehen an Minerva, Yolanda, Marta, Marie Angeles, Sergio und Toni und allen anderen Freiwilligen der PROA, die wir diesmal nicht kennenlernen konnten und alle hier in Deutschland, die sich engagieren!

Stephanie, 20.09.22

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