Hallo liebe Tierfreunde,
heute möchte ich mal einen kurzen Erfahrungsbericht über die Aufnahme unserer “alten Tina” geben. Dabei versuche ich natürlich, mich kurz zu fassen, was mir verdammt schwer fallen wird, da wir schon so viele schöne Momente in nur 2 Monaten mit unserer Tina erlebt haben.
Ich bin jetzt 38 Jahre alt, und habe meinen ersten Hund bekommen als ich 5 Jahre alt war. Auch bei uns war es früher Gang und Gebe sich einen “ordentlichen VDH-Welpen” anzuschaffen. Aber irgendwann setzte dann doch das Hirn ein und mir war klar, dass ich (nur für MICH gesprochen) das nicht mehr unterstützen wollte. Ich wollte einem armen alten und von mir aus auch kranken Hund noch ein schönes Restleben bereiten. Das tat ich dann auch… unsere Lotte hatten wir noch immerhin 5 Jahre… sie war aber auch noch nicht sooooo alt als sie zu uns kam und wurde immerhin 10 Jahre…
Dann war 2,5 Jahre lang Hundepause…bis mein Sohn 3 Jahre alt war und verstand, dass man einen Hund weder am Schwanz noch an den Ohren zu ziehen hat und Kneifen geht auch nicht!

Und siehe da: Auf den TS-FellWechselseiten entdeckte meine Mutter die Tina!! Bereits mit dem Zusatz “Seniorin”… das war Liebe auf den ersten Blick! Die Beschreibung passte total auf unser “Anforderungsprofil “… Gesagt, getan: Kontakt aufgenommen… die üblichen Fomalitäten… ich wurde bereits darauf hingewiesen, dass die Tina wohl schon ziemlich gebrechlich sei und allerlei Medikamente nehmen muss. Nun gut… was solls: Ich wollte ja nicht, dass sie im Tierheim sterben muss. Also warteten wir sehnsüchtig darauf, dass Tina endlich einreisen würde!
Ich war jedenfalls auf das Schlimmste vorbereitet. Ich bin von einem körperlich eingeschränkten, langsamen und einfach steinaltem Hund ausgegangen, der kaum in der Lage wäre, sich bei Spaziergängen länger auf den Beinen zu halten…
Tja… und dann kam TINA! Bereits bei der Abholung aus dem Spanientransporter kam mir ein zwar magerer Hund entgegen, der aber weder besonders langsam noch klapprig war… sie war super neugierig und aufgeschlossen… und super gross…! Aber darauf wurden wir ja hingewiesen…

Die Tina ist ein absoluter Traumhund… sie war von Anfang an trotz 4 langen Jahren im Tierheim absolut stubenrein und hörte von Anfang an auf Ihren Namen, so dass sie bereits nach knapp 3 Wochen in Deutschland ohne Leine die Spazierrunden gehen konnte. Sie ist super verträglich mit allen Hunden, Katzen…
Wie so viele “Spanier” hat auch sie unwahrscheinliche Angst vor Männern, noch schlimmer: stehende Männer mit Stöcken in der Hand und schreiende Kinder in Gruppen (aber nur fremde Kinder, die sie nicht kennt). Dazu natürlich Schüsse oder Knaller… juhu, wir freuen uns schon jetzt auf Silvester…
Sie scheint wirklich viel Schläge bekommen zu haben, aber das ist ja vorbei!
Es gibt aber eine Sache, die mich doch sehr traurig macht: Hätte ich die Tina nicht schon 4 Jahre eher aufnehmen können? Warum musste so ein toller, lieber und mit allem verträglicher Hund, soooo lange im Tierheim sitzen? Wahrscheinlich hat sie sich dort regelrecht aufgegeben, und war dort deswegen so schlecht zurecht, denn hier geht es ihr auch körperlich sehr gut. Auf jeder Spazierrunde werde ich mindestens einmal auf die Tina angesprochen… sogar ein Polizeiauto hielt einmal neben uns an, um zu fragen was das denn für ein toller grosser Hund sei. Und so etwas passiert uns täglich. Irgendwas scheint unsere Dicke an sich zu haben, was die Leute total positiv auf sie reagieren lässt.

Ich kann die Adoption eines “alten” Hundes nur empfehlen. Natürlich kann es wie eine “Wundertüte” sein. Man weiss nicht was man bekommt. Und deswegen ist auch eine gewisse Flexibilität sicherlich nötig, um sich auf die entsprechende Situation einstellen zu können. Spannung pur…
Viele liebe Grüße ( © Sandra T. mit Tina )


